Die produktive Fragmentierung
1945-1989 – Die drei Wege nach Auschwitz
📕 E-BookDie drei Wege nach Auschwitz – Philosophie im Kalten Krieg
Nach Auschwitz sucht die Philosophie weltweit nach Antworten auf zwei fundamentale Fragen: Wie konnte das geschehen? Und wie kann es verhindert werden?
Die drei Blöcke entwickeln drei verschiedene Antworten – und alle drei reklamieren Hegel für sich.
Die drei Wege
Der westliche Weg: Totalitarismuskritik → offene Gesellschaft, Individualrechte (Hayek, Popper, Arendt, Berlin, Ritter-Schule, Gadamer, Frankfurter Schule)
Der östliche Weg: Kapitalismuskritik → Planwirtschaft, soziale Gerechtigkeit (Diamat, Bloch, Harich, Ilyenkov, Praxis-Gruppe)
Der dritte Weg: Kolonialismuskritik → nationale Befreiung, kulturelle Eigenständigkeit (Fanon, Senghor, Césaire, Befreiungsphilosophie)
Die Zäsuren
- 1956: Ungarnaufstand – Krise des Ostblocks
- 1968: Weltweite Revolte – Multiple Krise aller drei Wege
- 1989: Fall der Mauer – Ende des Kalten Krieges
Die Postmoderne als Negation
Die Postmoderne (Lyotard, Foucault, Derrida, Deleuze, Baudrillard) entsteht als Kritik an allen drei Wegen – und entwickelt dabei fünf Aporien, die sich in Band 3 realisieren werden.
Besondere Sensibilität
Das Kapitel über jüdische Philosophie nach Auschwitz (Levinas, Jonas, Fackenheim, Yovel) gehört zu den sensibelsten des gesamten Werks: Kann man nach der Shoah noch Hegel lesen?
Losurdos These
Faschismus als europäischer Kolonialismus nach innen – Kontinuitäten von Rassismus, Lebensraum-Ideologie, Vernichtungspolitik. Konsequenz: Antifaschismus muss Antikolonialismus sein.
Systematische Bilanz
Was bleibt von jedem Weg? Was lehren sie zusammen? Integration auf höherer Ebene – nicht zurück zu Hegel, nicht ohne Hegel, sondern mit Hegel über Hegel hinaus.
Status: Weit fortgeschritten – Die drei Welten, 1968, Postmoderne, 1968-1989 und Zusammenfassung sind geschrieben.
Bibliografie
- Jahr
- 2025
- Reihe
- Hegel-Rezeption (Band 2)
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